Dienstag, 12. Dezember 2017

Helmdecke mit Kelchzaddeln (und Anleitung zum Zaddelnfüttern)

Bei einer Turnier-Larpveranstaltung im September wollte der Liebste als Ritter antreten und brauchte dafür eine Helmzier. Das ist eine Dekoration für einen Ritterhelm, die bei der den Kämpfen vorangehenden Helmschau (eine Art Ausstellung, bei der die verzierten Helme vor allem von den Damen bewundert werden können) und, sofern haltbar genug, auch bei den Kämpfen angebracht wird.

Hochmittelalterlicher Ritter mit Wappenrock (auch von mir), Kettenhemd, Topfhelm und Helmdecke

Die Helmdecke liegt dabei direkt auf dem Helm und bildet quasi ein Platzdeckchen für eine obendrauf stehende oder angebrachte Figur. Und das habe ich genäht.

Der Liebste wollte eigentlich normale (eckige) Zaddeln - und ich fragte, ob er denn nicht, passend zum Wappen, kelchförmige Zaddeln wolle. Viel aufwändiger ist das nämlich nicht.


Erster Schritt: Vorlage. Die zu bezaddelnde Fläche in gleiche Abstände aufteilen und die Zaddelform ringsum aufmalen.
Wichtig: An sich kann die Form so komplex sein, wie man will - Engstellen dürfen aber nicht zu schmal sein, sonst bekommt man Schwierigkeiten beim Wenden. Ich empfehle mindestens 2 cm Breite.


Einmal testen, ob alles passt ... und weiter gehts.


Zweiter Schritt: Die Vorlage auf den Stoff übertragen und Futter und Oberstoff zusammenstecken. Schneidet auf keinen Fall jetzt schon die Zaddel-Umrisse aus - es ist viel einfacher, wenn man das hinterher macht.


Und zusammennähen. Dadurch, dass die Zaddeln noch nicht ausgeschnitten sind, verrutscht der Stoff viel weniger.
Denkt dran, irgendwo braucht ihr eine Wendeöffnung - die sollte, je nach Größe des Objekts und Dicke des Stoffs, ca. 10-15 cm lang sein.


Fertig genäht! Da von der Helmdecke nur eine Seite sichtbar sein wird und die Zaddeln ringsum verlaufen, habe ich die Wendeöffnung einfach in die Mitte der Unterseite geschnitten.




Jetzt könnnen wir die Konturen ausschneiden, schön schmalkantig. Ecken einschneiden nicht vergessen (sieht blaue Linien).
Bei sehr fransendem Stoff empfehle ich, sich die Extra-Arbeit zu machen und die Kanten zu zackeln bzw. versäubern ... oder man macht es wie ich, versäubert nicht und ärgert sich hinterher drüber, beim fertigen Teil Löcher stopfen zu müssen.


So sieht die Helmdecke fertig aus- und eingeschnitten aus.


Jetzt gehts ans Wenden - beim Ausformen der Zaddeln hilft ein länglicher Gegenstand, wie ein Stift oder eine Schere. Bei spitzen Gegenständen vorsichtig sein, dass man keine Nähte durchsticht!


Fertig gewendet - jetzt nur noch einmal drüberbügeln und/oder die Kanten absteppen.


Und dann ist die Helmdecke einsatzbereit - hier bei der Helmschau mit der Helmzier, einem Kelch, darauf.


Nochmal eine etwas nähere Ansicht - wie ihr seht, hat der benachbarte Helm ebenfalls eine gezaddelte Helmdecke (natürlich mit weitaus weniger hübschen Zaddeln!)

Mögt ihr den mittelalterlichen Zaddel-Look - oder ist das eher nicht so nach eurem Geschmack?

Eine schöne Zeit wünscht
Hana

Sonntag, 10. Dezember 2017

7 Sachen 50/2017

Immer wieder sonntags ... 7 Bilder von Sachen, für die wir an diesem Tag Wochenende unsere Hände gebraucht haben. Ob für 5 Minuten oder 5 Stunden ist unwichtig.


Die zweite Kerze angezündet.


Keinen Fuß vor die Tür gesetzt.


Einen sehr engen Ärmel sehr breit gesäumt. Man beachte meine fast geniale Markierung (ich hatte kein undurchsichtiges Klebeband da).


Den neuen Pullover im Wollwaschgang gewaschen und ein winziges Pullöverchen zum Trocknen aufgehängt. Jetzt überlege ich, was ich damit anstellen kann.


Gewinnspiel-Wunschzettel von lillestoff buntgemalt. Die Gewinnchancen sind doch eher gering, aber wir wollten was buntmalen.


Gleich weitergemacht und im Küken-Adventskalender herumgekritzelt.


"The Raven: Vermächtnis eines Meisterdiebs" gespielt. Super Adventure! Hat allerdings mehr Story und Atmosphäre als Rätsel.

Freitag, 8. Dezember 2017

Was vom November übrig blieb

Anfang des Monats war Hana auf dem Mohnfest, einem ganz wunderbaren Ambiente-Feier-Larp (und ratet, wer dort zur Mohnprinzessin gewählt worden ist!).  Zwei Wochen später war unser eigenes Tageslarp, leider mit kaputter Heizung und etwas fröstelig, aber dennoch schön. Und zu guter Letzt haben wir wieder Pen&Paper gespielt und dabei zwei ganz kleine goldige Zwillingsjungs kennen gelernt ...

Pen&Paper-Szene. Die "Monster" sind Überraschungseifiguren und ich finde sie ziemlich cool.

Link-Tipps im November:
Frau Nähfreundin hat hat einen guten Tipp zum Beziehen von Druckknöpfen mit Stoff
Bei der Traumschmiede gibts eine Anleitung für einen klassischen Magierhut (oder Hexenhut)
Beswingtes Allerlei erklärt, wie man Pattentaschen näht.
Wired berichtet über einen New Yorker Berufs-P&P-Spielleiter - unsers wär's nicht, wir spielen lieber mit Freunden.

Für uns selbst genäht im November:
Blauer Strickrock mit Raffung (leider der falsche Stoff für den Schnitt und zuviel Rüschigkeit für Nria)

Für andere genäht im November:
diverse Adventskalender-Füllungen, Stoff-Brontosaurus fürs Tauschpaket

Jede Menge Adventskalenderbastelei diesen Monat!

Angefangene Projekte:
Kleid 118 aus der burdastyle 11/2017
Etuikleid McCall's 7652

Neue Schnittmuster, Anleitungshefte und Bücher:
McCall's M7350, M7667, M7442 (McCalls hatte wieder Sale ...)
McCall's M7652 (ich teste den Schnitt fürs Hobbyschneiderin-Forum! :))

Stoff gekauft: 4 m weißer Wollstoff, 2,5 m jeansblauer Sweat, 1 m Kranichsweat, 1 m roter Jersey, 1 m schwarzer Jersey
Stoff vernäht: 1,1 m grauer French Terry, 0,6 m Dinojersey, 2,3 m royalblauer Polyesterstrick, 1,2 m Jersey
Knöpfe vernäht: 2 als Dinosaurieraugen

Wir freuen uns im Dezember auf: 
Natürlich auf die Weihnachtszeit! Wir lieben Weihnachtsmärkte, Adventskalender und ein Plätzchenback-Date mit einer Freundin gibts auch. 

Mittwoch, 6. Dezember 2017

Mehndi-Kleid - vorläufig.

Einen Flop habe ich letzte Woche schon gezeigt. Und heute kommt schon der nächste (beim MeMadeMittwoch geht es heute um Reinfälle). Aber dieser hier ist vielleicht zu retten ...

Eigentlich fing es gut an. Ich mag Kleider mit Taillennaht. Und welche mit Taschen. Und Knopfleisten sind auch prima. Dieses Kleid hat alle drei!

Es ist das Modell 8 aus der Fashion Style 10/2016 - den Schnitt fand ich schon auf der Titelseite toll, war mir aber so lange unsicher, ob es sich lohnt, ein Heft nur wegen eines einzigen Schnittmusters zu kaufen, bis es das Heft im Laden nicht mehr gab, und dann wollte ich den Schnitt doch so sehr, dass ich mir die Ausgabe online bestellt habe.

Ob es sich wohl gelohnt hat ...?

Huch, das ist ja noch gar nicht fertig?

Ein Caveat vorweg: Die Bilder für diesen Beitrag sind wirklich nicht optimal. Ich habe diverse Versuche gestartet, das Kleid zu fotografieren und irgendwann aufgegeben. Besser gings nicht. Bei zu seltsamem Gesichtsausdruck habe ich zensiert. Aber immerhin das Kleid ist drauf ;)
Und noch ein Hinweis: Die Farbe des Stoffs ist viel greller als auf den Fotos.

Der Mehndi-Sommersweat von dresowka.pl hat mich schon lange angelacht - aber Jeansblau war mir irgendwie zu dunkel, Grau zu langweilig, Hellblau zu mädchenhaft, also wurde es eine völlig ungewohnte Farbe für mich: Pastellgrün. Ich nenne sie liebevoll "Waldmeistereis".

Manchmal lohnt es sich, von seinem Standardfarbschema abzuweichen. Und manchmal nicht ...

Hüftpassentaschen sind super!

Hana hat Stoff bestellt und ich habe ihr aufgetragen, 2,5 m für mich zu bestellen. Was bestellte sie mir? 1,5 m. Ich hab den Schnitt draufgelegt - passte nicht.
Also 1 m nachbestellt. Hat eine leicht hellere Farbe, aber egal, kriege ich schon hin. Erstmal den Schnitt auf die ursprüngliche Stoffmenge gelegt - passt perfekt.
Was hab ich denn da beim ersten Auflegen für Murks gemacht?! Und hat Hana hellseherische Fähigkeiten?

Der Stoff ist 1,85 m breit, deshalb bin ich mit deutlich weniger ausgekommen als im Heft angegeben.
Aber vorm Zuschnitt wurde erstmal fleißig geändert:
Zunächst habe ich die Rockteile gekürzt und zwar zwischen dem Tascheneingriff und dem Knick, ab dem der Rock ausgestellt wird. Ein Rock sollte m.M.n. schon ab der Hüfte ausgestellt sein; wenn die Weite erst am Oberschenkel beginnt, sieht das blöd aus.
Dann habe ich die im Schnitt nach vorne verlegte Schulternaht zurück auf die Schulter verlegt - dazu habe ich einfach Vorder- und Rückenteil aufeinandergelegt, die Schulternahtkanten aneinander gelegt, indem ich das obere Stück des Rückenteils nach vorne geklappt habe, am Knick (der neuen Schulternaht) abgeschnitten und das Stück ans Vorderteil geklebt.

Aufs Muster habe ich nicht extra geachtet beim Zuschnitt. Die vordere und hintere Mitte der Rockteile verläuft nicht gerade, da wäre es unmöglich gewesen, ein passendes Muster zu haben, und ich bezweifle, dass ich die angesetzte Knopfleiste genau passend hingekriegt hätte, also hab ichs gar nicht erst versucht :D

Ein Foto ganz von hinten habe ich vergessen. Wird nachgereicht.

Mit Hüftpassentaschen habe ich mittlerweile Übung; für den Taschenbeutel habe ich ein Reststück schwarzen Futterstoff verwendet. Dann habe ich mir überlegt, dass ich Taillenband, Kragen und Knopfleiste gerne in Schwarz hätte - nur leider hatte ich keinen schwarzen Sommersweat und so lang das angefangene Kleid ein paar Monate im Ufo-Wäschekorb, weil ich darauf wartete, dass wir mal wieder polnischen Sweat bestellen. Lohnt ja nicht für einen Stoff.

Im Juli hielt mir Hana dann einen dicken schwarzen Jersey hin und sagte: "Nimm doch den!"
Von der Stärke her passte er zum Sommersweat - ergo: Ganz umsonst gewartet ...

Auf die Paspeln habe ich verzichtet und die Knopfleiste vermutlich anders angenäht, als es von der Knipmode vorgesehen war. Ich habe nämlich die Anleitung echt nicht verstanden. Auch beim Taillenband wusste ich nicht so recht, was man da machen sollte, also habe ich es genauso verarbeitet wie beim roten Wickelkleid (das ja ebenfalls ein FS-Modell ist).

Eine erste Anprobe ergab dann: Mist. Zu eng um die Brust - an der Knopfleiste waren es mindestens 3-4 cm Stoff zuwenig. Na ja, die Knopfleiste wollte ich ja sowieso nochmal abtrennen, weil ich die Vlieseline vergessen hatte ...

Also habe ich mir den Schnitt nochmal vorgenommen, eine FBA gemacht, die Vorderteile neu zugeschnitten (ich hatte noch genug Stoff übrig), das Kleid fast komplett wieder aufgetrennt, die neuen Vorderteile eingesetzt, alles wieder zusammengenäht und anprobiert. Und dann festgestellt: Ja, um die Brust passt es. Dafür ist es um die Taille jetzt viel zu weit (hey, wofür mache ich denn eine FBA, wenn nicht, um das Teil nur an der Brust zu erweitern? Arrgh!). Also wieder fast komplett alles aufgetrennt (die Taillenbänder und den Rockteil; die Knopfleiste konnte diesmal dranbleiben - wenigstens etwas!), Seitennähte an der Taille enger gemacht (Taillennäher hätten blöd ausgesehen, habs heftenderweise ausprobiert), das Taillenband gekürzt, alles wieder zusammengenäht. Die Abnäher der FBA waren wie immer bei Weitem nicht ausreichend, also habe ich durch Abstecken passende gemacht.

Der Gürtel ist ein Ersatz für das amputierte Taillenband!

Bei jeder Anprobe wurde ich dabei unzufriedener mit der Stoffwahl: Die Farbe sah auf dem Foto sehr zart aus, war live aber deutlich knalliger und definitiv keine Wohlfühlfarbe für mich (auch auf den Blogfotos sieht die Farbe viel pastelliger und weniger grell aus, als sie wirklich ist!). Das sehr auffällige Muster war dazu keine gute Kombi, obwohl ich mich mit einer besseren Farbe damit wohlgefühlt hätte.

Aber irgendwann nervte mich das rumliegende Kleid so, dass ich's einfach nur noch fertighaben wollte. Nach monatelangem Ufo-Dasein habe ich es mir eines Abends nochmal vorgenommen und zu Ende genäht.

Nach all den Änderungen am Oberteil sah es immer noch unschön aus. Langsam schwante mir, warum. Dann habe ich das Taillenband schon wieder abgetrennt und das Rockteil direkt ans Oberteil genäht. A-ha! Das Oberteil war einfach zu lang. Das Taillenband fehlte zwar optisch, aber das Problem habe ich auf später verschoben und erstmal das passendfarben mitbestellte Jerseyschrägband an den Rocksaum genäht. Und begeistert festgestellt: Mit einem ausreichend breiten schwarzen Gürtel kann man die Taillenband-Optik aber auch prima ohne Taillenband hinkriegen :)

Etwa so gucke ich auf den meisten Fotos. Und es wäre toll, wenn der Stoff wirklich diese Farbe hätte. Hat er aber nicht.

Nachdem ich die Schultern verschmälert und Abnäher ins Armloch genäht hatte, habe ich die neue Armlochweite ausgemessen, mit der Länge der Ärmelkugel verglichen und selbige entsprechend verkürzt (Ärmelkugeln sind ohnehin fast immer zu hoch für mich). Das Kleid wollte ich mit halbem Arm; für lange Ärmel ist mir der Stoff nicht kuschelig genug. Ein Aufschlag erschien mir sehr passend zum Stil des Kleids und den Kragen wollte ich unbedingt spitz, nicht rund (Bubikrägen sind einfach nicht mein Ding); beides habe ich aus dem gleichen schwarzen Jersey zugeschnitten die die Knopfleiste und beides ist aufgrund akuter Vergesslichkeit vlieselinelos geblieben (obwohl es sinnvoll gewesen wäre).
Beides habe ich auch auf die gleiche Weise verarbeitet: Erst die Außenkanten verstürzt, dann die äußere Lage per Maschine festgenäht und die innere per Hand, damit der Abschluss sauber ist. Gerade bei Aufschlägen und Krägen sieht man es einfach, wenn da gepfuscht wird.

Apropos Pfusch: Der geneigte Beobachter hat sicher schon bemerkt,  dass die Knöpfe noch fehlen. Das hat einen Grund: Ich kann mich mit der knalligen hellgrünen Farbe einfach nicht anfreunden und werde das Ganze mit Dunkelgrün überfärben, dann ist auch das Muster weniger wild. Farblich passende Knöpfe (falls ich mich nicht doch für Schwarz entscheide) kann ich aber erst aussuchen, wenn ich die endgültige Farbe kenne.

Mit dem Schnitt bin ich aber sehr zufrieden, auch wenn ich beim nächsten Mal natürlich das Oberteil kürzen würde. Denn abgesehen vom Stoff-Fehlgriff gefällt mir das Kleid wirklich gut (wäre ja auch blöd, wenns anders wäre nach all den vielen Änderungen). Immerhin etwas. Und ob ich das Stoffproblem noch in den Griff kriege - wir werden sehen.

tldr: Nach vielen, vielen Änderungen passt das Kleid jetzt ganz gut. Die Farbe - knalliges Pastellgrün - ist mir aber zu seltsam; ich versuche es dunkelgrün zu färben. Vielleicht wirds dann besser.

Schnitt: Kleid 8 aus der Fashion Style 10/2016, Gr. 38
Material: Sommersweat "Mehndi" von dresowka.pl, schwerer schwarzer Jersey
Änderungen: Schulternaht auf die Schulter verlegt (im Original liegt sie im Vorderteil), FBA (und dann noch einen viel stärkeren Abnäher hinzugefügt, Rock oben gekürzt, Taillenband wegrationalisiert (um das Oberteil zu verkürzen), Schultern verschmälert, Armkugel verkürzt, Ärmel gekürzt und mit Aufschlag versehen, spitzer statt runder Kragen

Verlinkt beim MeMadeMittwoch und After Work Sewing.

Lg
Nria

Dienstag, 5. Dezember 2017

Flausche-Rock nach Natron

Unsere ersten Näh-Schritte haben wir vor fast fünfzehn Jahren mit den Schnittanleitungen von Natron&Soda gemacht, bevor wir irgendwann die ersten Fertigschnitte ausprobiert haben. Mindestens zehn Jahre davon hat mich der "Teddy-Winterrock" gelockt ... gegen den kann man auch wirklich nichts sagen: Einfache Konstruktion, ebenso einfach zu nähen, geringer Stoffverbrauch - allerdings habe ich jahrelang nach einem passenden Stoff geschaut und keinen gefunden. Ich wollte einen schweren, nicht zu dünnen, keinesfalls kratzigen, flauschigen Stoff, keine klassische Fleece-Optik. Was habe ich lange vergeblich gesucht!
Bis ich im Januar im Sale einen als superflauschig beschriebenen Stretch-Plüsch entdeckt habe.

Große Flauscherei. Kommentar des Herrn Papa: Hättest du den Rock nicht vorher bügeln können?

Bei meiner Körpergröße und minimaler Verringerung des Saumumfangs bin ich mit einem Meter Stoff ausgekommen. Etwas blöd, dass ich zwei Meter davon gekauft habe ... so wird das nichts mit dem Stoffvorratsabbau!

Klappe auf ... (by the way: Interessant, wie weiß das Licht meine Haare auf den Fotos macht!)

... Klappe zu.
Der Klett ist beim Überlapp senkrecht, beim Unterteil waagerecht aufgenäht, so muss man nur ganz vage treffen beim Verschließen.


Das Zubehör hatte ich noch da: Satin-Schrägband und etwas Klett. Der Rock wird außen mit einem Überlapp und Klett geschlossen, so piekst kein Reißverschluss und drücken keine Knöpfe. Der Rock ist tatsächlich unglaublich flauschig - keinesfalls darf da ein ent-flauschendes Futter rein! Perfekt zum Einkuscheln auf dem Sofa und für maulige Tage, an denen man etwas Flausch für unterwegs braucht.

Ich bin ein Oberteil-über-Rock-Typ, aber so sieht man den Verschluss gut.


Der Liebste meint, der Rock sieht aus wie die Sofadecke seiner Oma ("Die hat sogar den gleichen Verschluss zum Einwickeln!"), aber das tut meiner Flauscherockbegeisterung keinen Abbruch.
Was meint ihr - Sofadecke ja oder nein? Seid ruhig ehrlich - der Rock und ich, wir stehen das durch. Ich trage ihn auch als Sofadeckenrock gerne ...
Schnitt: Teddy-Winterrock von Natron&Soda
Stoff: Stretch-Plüsch
Änderungen: keine

Verlinkt bei Creadienstag, Dienstagsdinge, HandmadeonTuesday.

Montag, 4. Dezember 2017

7 Sachen mit Plätzchenbackorgie 49/2017

Immer wieder sonntags ... 7 Bilder von Sachen, für die wir an diesem Tag Wochenende unsere Hände gebraucht haben. Ob für 5 Minuten oder 5 Stunden ist unwichtig.


Einen neuen Türkranz aufgehängt. 


Plätzchenfavoriten im Backbuch markiert.


Frischkäse-Kekse gebacken.


Lebkuchen gebacken und bezuckergusst. Mäßig ordentlich geworden, weil die Gefrierbeutel, die wir als Spritzbeutel verwenden, zu dünn waren und ständig gerissen sind ...


Eierlikör-Plätzchen gebacken. Schmecken wie Eierlikörkuchen in Plätzchenform - wer hätte das gedacht?


Zimtkipferl gebacken.


Zur Belohnung lauter Dinge auf dem Weihnachtsmarkt angegrabbelt
(und wenn ihr jetzt denkt: "Konnten die sich nicht für ein letztes Bild entscheiden?", dann habt ihr völlig Recht!).

Donnerstag, 30. November 2017

Quick&easy: Weißer Winterrock

Ich weiß gar nicht, was mich zu diesem Rock motiviert hat: Mein Vorhaben, dieses Jahr mal den Stoffvorat abzubauen, mein Vorsatz, diesen Winter mehr Röcke und Kleider zu tragen, oder meine neuen Winterstiefel, die hervorragend zu Winterröcken passen (und die ich, schlau wie ich bin, für die Fotos gar nicht angezogen habe) ...

Fluffig, winterlich und bequem


Jedenfalls habe ich hochmotiviert den Stoffschrank geöffnet und einen gut abgelagerten, weichen Stoff rausgezuppelt, den ich vor Jahren mal für einen Winterrock gekauft habe.

Es geht ja nichts über Gummibund-Röcke.
Ich mag es übrigens, wenn der Teich so milchkaffeefarben ist nach starkem Regen ...

Ein kurzer Blick in Nrias Nähzeitschriften-Schnittübersichtsorder hat mir schnell ein passendes Schnittmuster beschert: Rock Nr. 7-9 aus der Simplicity "Meine Nähmode" 3/2013.

Erwähnte ich "bequem" ...?

Der Rock besteht nur aus einem Schnittteil plus rechteckigem Bund - auch wenn der Schnittbogen der Meine Nähmode wirklich keine Freude bereitet, so schnell war ich noch nie damit fertig, einen Schnitt abzupausen!

Auch von hinten: Schlicht und schön. Das nächste Mal vielleicht mit Eingrifftaschen?

Das Nähen ging ebenfalls flott. Oberrock, Unterrock; beim Bund habe ich statt ein Rechteck aus Webstoff auszuschneiden ein Stück rundgestrickten Bündchenstoff verwendet und diesen gedehnt angenäht. Das Gummi kam trotzdem rein für mehr Halt.
Und das war's auch schon ...

Dehnbarer Bund dehnt sich!


Stoff: Woll-/Poly-Strick, Futterstoff, Bündchenstoff
Schnitt: Meine Nähmode 3/2013, Modell 7-9
Änderungen: gedehnt angenähter Bündchenstoff statt gerafft angenähtem Webstoff-Tunnel; gekürzt
Verlinkt bei: RundumsWeib, Jahres-Sewalong: Schick in Strick

Eine schöne Zeit wünscht
Hana

Dienstag, 28. November 2017

Blauer Strickrock. Oder: Ein Versuch aus dem falschen Stoff.

Ich fühle mich magisch angezogen zu Schnittmustern mit ungewöhnlichen Details. Der Rock 113 aus der burdastyle 1/2016 war da so ein Kandidat: Geraffter Bund mit Schlaufe, noch eine kleine Raffung vorne, dazu eine Art Volant ...

Der Schnitt ist ja eigentlich sehr hübsch ... (und ich schwöre, real fällt das etwas enge T-Shirt nicht so auf!)


Der Schnitt ist für Jersey vorgesehen, aber im Schrank lag noch so ein ausgemusterter royalblauer Polyester-Strickstoff von Hana, den sie mal für ein Jäckchen gekauft, aber nie verwendet hat. Strick, Jersey, alles das gleiche ... (Spoiler: Nein!)

Zugeschnitten war schnell; der Schnitt besteht nur aus wenigen Teilen. Beim Nähen aber kam ein wenig Ernüchterung: Der Stoff lässt sich gar nicht mal so toll verarbeiten. Er dehnt sich fröhlich in alle Richtungen, leiert und haftet gern an sich selbst.

Der Stoff klebt gern. An sich selbst. An der Strumpfhose. An allem. Uärgs.

Und dann hieß es: Raffen, raffen, raffen. Das passiert nämlich an diversen Stellen. Zusätzlich werden Falten gelegt. Ungewohnt ist, dass der Saum des vorderen Rockteils genäht wird, bevor die Seitennähte geschlossen sind - hier muss man sich wirklich genau an die Anleitung halten, sonst kommt man an einige Ecken nicht mehr ran. Leider wellt sich der Saum etwas; eine Maschine mit verstellbarem Füßchendruck wäre manchmal wirklich schön ...

An sich ist der Rock trotz seiner Raffinessen (das musste sein!) erstaunlich schnell genäht. Ich habe allerdings auf den Reißverschluss verzichtet. Den Sinn von Reißverschlüssen in Jersey (oder hier: Strick) habe ich noch nie verstanden!

Wenn es windig ist, fällt der Stoff etwas besser.

So richtig warm werde ich mit dem Rock allerdings nicht. Den Bund finde ich sehr schön! Die Volants sind mir aber - noch verstärkt durch den etwas welligen Saum - zu mädchenhaft. So ganz ideal fällt der Strickstoff auch nicht; ein glatterer Jersey wäre da wohl besser geeignet. Der Stoff klebt außerdem gerne an sich selbst und an der Strumpfhose, das ist auch nicht gerade schön. Und mir missfällt, dass die Volants so fallen, dass man meist die Innenseite des Saums sieht.

Hier sieht man das Volant-Problem: Die Innenseite guckt immer nach außen ...

 Ich denke, ich deklariere das Ganze als Probeteil. Ich könnte mir nämlich gut vorstellen, den Rock nur mit dem Bund samt einem unvolantierten Rockteil nochmal zu nähen. Aus einem glatteren, "flutschigeren" Stoff.

Schnitt: Rock 113 aus der burdastyle 1/2016
Material: Leichter Polyester-Strickstoff (schlechte Wahl!)
Änderungen: Reißverschluss weggelassen
Verlinkt bei: Creadienstag, Handmade on Tuesday, Jahres-Sewalong: Schick in Strick

Lg
Nria

Sonntag, 26. November 2017

7 Sachen 48/2017

Immer wieder sonntags ... 7 Bilder von Sachen, für die wir an diesem Tag Wochenende unsere Hände gebraucht haben. Ob für 5 Minuten oder 5 Stunden ist unwichtig.


Tiere gewürfelt bei A Fistful of Penguins.


Ein echt altes Poster von der Wand abgenommen. Als wir das gekauft haben, sah die New Yorker Skyline noch so aus.


Neue Poster aufgehängt. Wenn man genau hinsieht, erkennt man einen Rand auf der Tapete, wo das alte Poster gehangen hat ...


Zwei Babys kennen gelernt und ein paar Fotos gemacht.


Mal wieder Pen&Paper.


Nestellöcher gemacht. Dieses hier ist echt hübsch und gleichmäßig geworden!


3 Secrets gespielt. Wie Black Stories, nur mit Bildern statt Text.